Zwischen Archiv und Digitalisierung: grenzüberschreitendes Netzwerktreffen der Archive, Chronisten und historischen Vereine am 04.03.2026
12. März 2026
Wie historische Quellen im digitalen Zeitalter erschlossen, zugänglich gemacht und genutzt werden können, stand im Mittelpunkt einer Fachveranstaltung, zu der die EUREGIO Zugspitze-Wetterstein-Karwendel (ZWK) eingeladen hatte. Mehr als 50 Gäste aus Tirol und Bayern folgten der Einladung und kamen zu einem grenzüberschreitenden Austausch zusammen.
Eröffnet wurde die Veranstaltung mit einem Grußwort des Präsidenten der EUREGIO Zugspitze-Wetterstein-Karwendel (ZWK), Landrat Anton Speer, der die Bedeutung der Zusammenarbeit über Landesgrenzen hinweg im Bereich von Archiven und kulturellem Erbe betonte.
Drei Fachvorträge zeigten anschließend unterschiedliche Perspektiven auf den Umgang mit historischen Quellen und Daten. Der Beitrag „Finden statt suchen: Historische Bestände digital nutzbar werden“, präsentiert von Bernhard Mertelseder, Mitglied im Landesausschuss Chronikwesen und Chronikreferent des Tiroler Bildungsforums, zeigte auf, welche Möglichkeiten digitale Technologien bieten, um Archivbestände besser zugänglich und recherchierbar zu machen.
Prof. Dr. Christof Paulus (Lehrstuhlinhaber für Bayerische und Vergleichende Landesgeschichte unter besonderer Berücksichtigung des Mittelalters an der LMU München) nahm das Publikum in seinem Vortrag „Aus Archiven und Bibliotheken – oder: Als Dracula ins Kloster kam“ mit auf eine anschauliche Reise durch die Welt historischer Quellen und machte deutlich, welche überraschenden Geschichten in Archiven verborgen liegen.
Mit aktuellen rechtlichen Fragen beschäftigte sich der Vortrag „Rechte nutzen, Grenzen erkennen – Urheberrechtliche Aspekte der Digitalisierung und Nutzung von Archivquellen“. Andreas Nestl von der Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns erläuterte, welche urheberrechtlichen Rahmenbedingungen bei der Digitalisierung und Veröffentlichung historischer Dokumente zu beachten sind.
Ergänzt wurde das Programm durch einen praxisnahen Werkstattbericht von Christoph Aschermann aus dem Marktarchiv Murnau, der Einblicke in die täglichen Herausforderungen, aber auch in die Chancen moderner Archivarbeit gab.
In der anschließenden Diskussionsrunde tauschten sich die Teilnehmenden darüber aus, welche Themen künftig grenzüberschreitend gemeinsam angegangen werden können und wie die Zusammenarbeit zwischen Einrichtungen in Tirol, Bayern und den beteiligten Landkreisen weiter gestärkt werden kann. Beim anschließenden Networking wurden die Gespräche vertieft und neue Kontakte geknüpft.



