Konservieren – Visualisieren – Präsentieren der Räter: Vernetzung archäologischer Fundplätze und Museen
Interreg-Mittelprojekt „Räter“
Das Interreg-Mittelprojekt „Räter“ widmet sich dem gemeinsamen archäologischen und kulturhistorischen Erbe der Räter im inneralpinen Raum. Die Räter waren eine eigenständige Kulturgruppe, deren Siedlungsgebiet sich von Nordtirol über Teile Oberbayerns bis nach Südtirol und ins Trentino erstreckte. Zahlreiche Fundstellen, Ausgrabungsorte und Museen in der Euregio Zugspitze-Wetterstein-Karwendel zeugen bis heute von dieser bedeutenden Kultur.
Ziel des Projekts ist es, rätische Fundplätze und Museen grenzüberschreitend miteinander zu vernetzen, bestehende Präsentationsformen zu analysieren und Möglichkeiten für eine zeitgemäße, attraktive Vermittlung zu entwickeln. Dadurch soll das kulturelle Erbe der Räter für Einheimische und Gäste besser sichtbar und erlebbar gemacht werden.
Im Mittelpunkt steht eine Vorstudie, in der relevante archäologische Fundstellen und Museen erfasst, dokumentiert und verglichen werden. Dabei werden bestehende Darstellungs- und Vermittlungsformen untersucht, Best-Practice-Beispiele identifiziert und Potenziale für eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Gemeinden, Museen, Vereinen, Forschungseinrichtungen und touristischen Akteuren aufgezeigt.
Geplant sind insbesondere:
- Erfassung und Analyse rätischer Fundstellen und Museen im Projektgebiet
- Entwicklung von Empfehlungen für künftige Präsentations- und Vermittlungskonzepte
- grenzüberschreitende Vernetzung relevanter Akteur:innen
- ein Workshop zur Diskussion erster Projektergebnisse
- eine Kurzbroschüre für Besucher:innen mit Überblick über die Räter in der Euregio
- zwei öffentliche Vorträge zur Räterkultur und ihrer Bedeutung für die Region
Das Projekt stärkt die Sichtbarkeit gemeinsamer kulturhistorischer Wurzeln im bayerisch-tirolerischen Grenzraum. Gleichzeitig trägt es dazu bei, touristische Angebote zu diversifizieren und den Lebensraum aus kulturhistorischer Perspektive erfahrbar zu machen. Einheimische erhalten einen neuen Zugang zur eigenen regionalen Geschichte, während für Gäste ein besonderes kulturtouristisches Angebot entsteht.
Durch die Zusammenarbeit der Universität Innsbruck, des Landkreises Garmisch-Partenkirchen mit dem Museum Werdenfels und der Zugspitz Region GmbH werden wissenschaftliche Expertise, museale Fachkenntnis und touristische Vermittlungskompetenz zusammengeführt. So entsteht eine Grundlage für künftige gemeinsame Maßnahmen zur Präsentation der Räterkultur im Gebiet der Euregio Zugspitze-Wetterstein-Karwendel.
Das Projekt wird im Rahmen des Interreg-Programms Bayern–Österreich unterstützt und leistet einen Beitrag zur integrierten territorialen Entwicklung sowie zur Stärkung des Tourismus im Grenzraum.

